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Gerade in Formationsphasen neuer wissenschaftlicher Disziplinen und Forschungsgebiete sind die Austauschbeziehungen zwischen dem Schönen und dem Wahren, zwischen der Literatur und der Wissenschaft besonders intensiv. Zum einen spielen literarische und rhetorische Verfahren in der Produktion des einschlägigen Wissens eine konstitutive Rolle. Zum anderen beziehen ästhetische Debatten, poetologische Bestimmungen und einzelne literarische Texte wesentliche Impulse aus den emergierenden Wissenschaften. Der vorliegende Band geht diesen Wechselwirkungen am Beispiel des Wissens vom Leben nach, wie es sich im langen 19. Jahrhundert entwickelt hat. Damals konstituierte sich das Leben allererst als epistemisches Objekt, und es wurde in der Literatur und Ästhetik nicht weniger thematisiert, bearbeitet und reflektiert als in der Wissenschaft, insbesondere in der aufkommenden Biologie. Die hier versammelten Beiträge analysieren jenes weitverzweigte und spannungsvolle Feld des Lebenswissens unter besonderer Berücksichtigung der Dynamisierungstendenzen, die die moderne Vorstellung dessen, was Leben eigentlich sei, maßgeblich prägen.
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DOI: 10.5771/9783968216638Editions
